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Seefracht-Tarife

Die Auswirkungen steigender Seefrachtraten

Aktualisiert im August 2026

Sea Freight Price Rates

Quelle: Suphanat Khumsap

Die Seefrachtraten sind erneut in die Höhe geschnellt, was sich auf viele Branchen auswirkt, darunter auch die Gepäckherstellung. Die Containerrate nähern sich nun ihrem Zweijahreshoch, was auf erneute Unsicherheiten hinsichtlich der Zölle, knappe Kapazitäten und die Auswirkungen des Konflikts zwischen den USA und dem Iran zurückzuführen ist.

Der Drewry World Container Index ist auf fast 4.200 US-Dollar pro FEU gestiegen, was einem Anstieg von 40 % gegenüber dem Vorjahr entspricht, während sich der Shanghai Containerized Freight Index im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt hat. Auf der Referenzstrecke von Shanghai nach Los Angeles stiegen die Preise innerhalb einer einzigen Woche um 12 % und erreichten 5.750 US-Dollar pro 40-Fuß-Container.

Warum steigen die Frachtraten?

Zeitpunkt der Zölle: Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA das frühere IEEPA-Zollregime für ungültig erklärt hatte, führte das Weiße Haus auf der Grundlage von Section 122 einen pauschalen Einfuhrzuschlag von 10 % ein. Diese Zölle liefen planmäßig am 24. Juli 2026 um 00:01 Uhr ET aus und wurden sofort durch ein neues Zollregime gemäß Section 301 ersetzt, das sich nun auf Untersuchungen zu Importen aus Zwangsarbeit bezieht und nicht mehr auf die frühere Logik der Gegenzölle. 

Die neuen Zölle liegen zwischen 10 und 12,5 % und gelten für etwa 60 bis 86 Länder, die den Großteil des US-Importvolumens abdecken. In den Monaten vor der Umstellung beeilten sich die Importeure, ihre Buchungen für die Weihnachtssaison vorzuziehen, um sich den auslaufenden Zollsatz zu sichern, was die Nachfrage und die Frachtraten stark in die Höhe trieb. Die neuen Zölle gemäß Section 301 sind bereits Gegenstand rechtlicher Anfechtungen, sodass offen bleibt, wie lange diese Regelung Bestand haben wird.

Geopolitische Störungen: Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat die globalen Schifffahrtsrouten zusätzlich belastet und den Kapazitätsdruck verstärkt, der sich bereits aufgrund früherer Störungen im Roten Meer aufgebaut hatte.

Begrenzte Kapazitäten: Starke Buchungen aus China und eine robuste Nachfrage seitens amerikanischer Importeure übersteigen weiterhin die verfügbaren Schiffs- und Containerkapazitäten, insbesondere auf den transpazifischen Routen.

Marktvolatilität: Analysten des Frachtmarktes weisen darauf hin, dass die Terminkontrakte für Container-Spotraten darauf hindeuten, dass der aktuelle Anstieg möglicherweise nur von kurzer Dauer ist; nun wird ein Rückgang erwartet, sobald die neuen Zollsätze greifen und der Ansturm vor Ablauf der Frist nachlässt.

Wie wirkt sich dies auf die Gepäckherstellung aus?

Die Gepäckindustrie ist bei Rohstoffen und Fertigprodukten stark auf den internationalen Versand angewiesen, und dieser erneute Preisanstieg verschärft den bestehenden Druck auf die Lieferketten.

Höhere Produktionskosten: Höhere Versandkosten treiben die Einstandskosten für Materialien und Fertigwaren weiter in die Höhe und schmälern die Margen der Hersteller.

Vorgezogene Nachfrage: Im Vorfeld der Zollfrist am 24. Juli haben Importeure Bestellungen für die Weihnachtssaison vorgezogen, um der Umstellung zuvorzukommen, was den Herstellern verkürzte Vorlaufzeiten und einen stärkeren Wettbewerb um begrenzte Schiffsraumkapazitäten bescherte.

Preiserhöhungen: Hersteller müssen die steigenden Kosten möglicherweise an die Käufer weitergeben.

Änderungen der Produktionsstrategie: Die durch die Zölle verursachte Unsicherheit veranlasst einige Hersteller, ihre Pläne zur Diversifizierung der Produktion näher an Schlüsselmärkte oder in alternative Beschaffungsregionen zu beschleunigen, um das Risiko durch ein einzelnes Zollregime oder einen einzelnen Transportkorridor zu verringern.

Im Gegensatz zu den länger anhaltenden, durch das Rote Meer bedingten Frachtratenerhöhungen der letzten zwei Jahre war dieser Anstieg eng mit einer bestimmten behördlichen Frist verbunden. Da der Section-122-Zuschlag nun ausgelaufen ist und die neuen Section-301-Zölle in Kraft getreten sind, erwarten Frachtmarktexperten, dass sich der Ansturm vor Ablauf der Frist, der die Raten in die Höhe getrieben hat, abschwächen wird, auch wenn Zeitpunkt und Ausmaß eines möglichen Rückgangs ungewiss bleiben und die neuen Zölle bereits mit rechtlichen Anfechtungen konfrontiert sind, die die Lage erneut verändern könnten.

Hersteller sollten flexibel bleiben: Die Entwicklung der „Section 301“-Rechtsstreitigkeiten zu beobachten, Kapazitäten nach Möglichkeit frühzeitig zu buchen und die Diversifizierung von Transportrouten und Beschaffungsstandorten fortzusetzen, wird dazu beitragen, die Auswirkungen dieser jüngsten Volatilitätsphase abzumildern.

Quelle: Containerraten nähern sich angesichts erneuter Zollsorgen einem Zweijahreshoch, The Maritime Executive, 26. Juni 2026