Logo
Logo
LieferantenNeuigkeitenRessourcenÜber unsHolen Sie sich die Lizenz
Login
Zurück

Ergebnisse der Branchenumfrage 2026

Inhaltsverzeichnis

Die Gepäckbranche nach Covid: Erholung, neu ausgerichtet

Ein Branchenüberblick von Travel Sentry 

Fünf Jahre nach den Schließungen, die den weltweiten Reiseverkehr zum Erliegen brachten, hat sich die Gepäckbranche weniger erholt als vielmehr nach neuen Regeln neu aufgestellt. Travel Sentry befragte eine Reihe von Fachleuten, darunter Eigentümer, Führungskräfte sowie Leiter aus den Bereichen Vertrieb, Produktentwicklung und Beschaffung, in Englisch, Chinesisch, Japanisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch und Französisch, um zu verstehen, was sich verändert hat und wohin sich die Branche entwickelt. Das Bild, das sich dabei abzeichnet, ist weniger eine „Rückkehr zur Normalität“ als vielmehr eine stille Neuausrichtung. 

Die Erholung verläuft uneinheitlich

Recovery has been uneven

Es gibt kein einheitliches Bild der Erholung. Im Vergleich zu 2019 teilen sich die Befragten fast gleichmäßig in drei Gruppen auf: 39 % berichten heute von höheren Umsätzen, 39 % von niedrigeren und bei 22 % sind die Zahlen in etwa unverändert. Bei den Mitarbeiterzahlen zeigt sich das gleiche Muster: Unternehmen mit leichtem Wachstum und solchen mit leichtem Rückgang halten sich nahezu die Waage. Die Pandemie hat die Branche als Ganzes weder beflügelt noch zu Fall gebracht: Sie hat vielmehr die Kluft zwischen den Marken, die sich angepasst haben, und denen, die dies nicht getan haben, vergrößert.

Was alle unter Druck setzt, sind Wettbewerb und Kosten. Bei einer Auflistung der Herausforderungen im Zusammenhang mit der Erholung führen Wettbewerb (57 %) und steigende Materialkosten (52 %) mit deutlichem Abstand die Liste an, noch vor Störungen in der Lieferkette (34 %) und sich ändernder Verbrauchernachfrage (31 %). Mehr als ein Befragter beschrieb einen Markt, der in Richtung Kommodifizierung gedrängt wird – „Reisetaschen sind nach den ersten paar Malen Gebrauch fast schon Wegwerfartikel“, wie es ein Inhaber formulierte –, wobei die strategische Antwort darin besteht, dem Preiswettbewerb durch Qualität und Design zu entgehen, anstatt ihm hinterherzulaufen.

Die Vertriebskanäle wurden neu definiert

The channel map has been redrawn

Die entscheidende Veränderung betrifft den Ort, an dem die Produkte verkauft werden. Das Wachstum konzentriert sich nun auf direkte und digitale Kanäle: B2B/Firmenkunden (33 %), Direktvertrieb über die eigene Website (31 %) und Online-Marktplätze wie Amazon (28 %). Der traditionelle Reiseeinzelhandel und Duty-Free-Verkauf sind nur für 9 % der Befragten ein Wachstumsmotor. Die Freitextantworten unterstreichen dies unverblümt: „Abhängigkeit von traditionellen Einzelhändlern reduzieren“, „auf den eigenen Vertrieb setzen, nicht auf Drittanbieter“, „D2C-Marktplätze haben alle anderen Vertriebskanäle überholt“.

Die Investitionen folgten diesem Trend. Die beiden Bereiche, in die Unternehmen seit 2019 am meisten investiert haben, sind Produktentwicklung (67 %) und E-Commerce/digitaler Vertrieb (59 %), gefolgt von Marketing an dritter Stelle (46 %). Die Branche investiert in die Herstellung ihrer Produkte und den Online-Vertrieb, nicht in den stationären Einzelhandel (12 %).

TSA-Schlösser: zunehmende Verbreitung, gebremst durch den Preis

TSA locks: rising adoption, gated by price

Sicherheitshardware gewinnt still und leise an Boden. In den letzten fünf Jahren haben 56 % der Befragten den Anteil von TSA-zertifizierten Schlössern in ihrem Sortiment erhöht, während nur 5 % ihn verringert haben. Das Hindernis für eine weitere Ausweitung ist fast ausschließlich wirtschaftlicher Natur: 55 % nennen Kosten oder den Preis als Grund, weit vor Bedenken hinsichtlich der Differenzierung (20 %) oder einer vermeintlich fehlenden Verbrauchernachfrage (13 %). Die Einführung wird nicht durch Zweifel am Nutzen der Schlösser gebremst: Das Hindernis ist der Margendruck im Einstiegssegment.

Nachhaltigkeit ist mittlerweile die Grundvoraussetzung, nicht mehr das Alleinstellungsmerkmal

Sustainability is now the baseline, not the differentiator

Nachhaltigkeit hat eine Schwelle überschritten. Sechs von zehn Befragten (61 %) geben an, dass sie bei ihrer Produktentwicklung eine größere Rolle spielt als noch im Jahr 2019; nur 11 % sagen, dass dies weniger der Fall ist. Bei den Materialien ist das Spektrum breit und gleichmäßig verteilt: Leichtere Verbundwerkstoffe, recycelte Inhaltsstoffe und nachhaltige Materialien liegen jeweils bei 47 %, dicht gefolgt von strapazierfähigeren Stoffen (30 %). Leichter, robuster und umweltfreundlicher zu sein, ist kein Alleinstellungsmerkmal mehr, sondern gehört einfach dazu. 

Die Generation Z rückt auf der Zielgruppenliste nach oben

Gen Z moves up the target list

Freizeitreisende und Geschäftsreisende bleiben erwartungsgemäß die Kernzielgruppen, wobei die Freizeitreisenden in den Umfrageergebnissen einen leichten Vorsprung vor den Geschäftsreisenden haben. Der bemerkenswerte Aufsteiger ist die Generation Z bzw. jüngere Reisende, die mit 45 % nun vor Luxusreisenden (25 %) und preisbewussten Käufern (16 %) als aktiv anvisiertes Segment liegt. Die Branche gestaltet ihre Angebote für die nächste Generation von Reisenden, nicht nur für die wiederkehrenden. 

Wohin sich die Branche entwickelt

Where the category is heading

Auf die Frage, was die nächsten zwei bis drei Jahre prägen wird, nannten die Befragten Personalisierung und Individualisierung (47 %), intelligente/vernetzte Funktionen (44 %), Nachhaltigkeitsanforderungen (40 %) sowie den anhaltenden Aufstieg von „Bleisure“ – einer Mischung aus Geschäfts- und Urlaubsreisen (34 %). Die Nachfrageprognose ist verhalten optimistisch: 60 % erwarten ein Wachstum der Reisennachfrage, 23 % gehen von einer stabilen Entwicklung aus und nur 17 % rechnen mit einem Rückgang.

Die Erkenntnis in einem Wort: Agilität

Auf die Frage nach der wichtigsten Veränderung, die ihr Unternehmen seit der Pandemie vorgenommen hat, kamen die Befragten auf einen gemeinsamen Nenner, der auf Dutzende verschiedene Weisen formuliert wurde: Agilität. „Veränderung ist die einzige Konstante.“ „Man sollte nicht alles auf eine Karte setzen.“ „Bleibt flexibel.“ „Ohne Innovation keine Zukunft.“ „Qualität vor Quantität.“ Die Unternehmen, die gestärkt aus dieser Zeit hervorgehen, beschreiben sich selbst als diversifiziert, digital ausgerichtet und nicht bereit, allein über den Preis zu gewinnen.

Fünf Jahre später sieht die Branche anders aus als noch im Jahr 2019. Der Vertrieb erfolgt nun direkt, die Budgets wurden ins Internet verlagert, die Materialien sind leichter und umweltfreundlicher, und die Reisenden, um die alle werben, sind jünger und legen mehr Wert auf Sicherheit. Das ist keine große Überraschung. Die Unternehmen, die diese Signale frühzeitig erkannt und schnell darauf reagiert haben, sind es, die nun die Nase vorn haben. 

Basierend auf einer Branchenumfrage von Travel Sentry in sieben Sprachen. Die Zahlen geben den Anteil der Befragten wieder, die die jeweilige Option ausgewählt haben, und dienen eher als qualitativer Einblick in die Stimmung der Branche als als statistisch repräsentative Stichprobe.