
Die Nachfrage nach Reisen im Sommer 2026 ist von vorsichtigem Optimismus geprägt. Steigendes Buchungsvertrauen gepaart mit Spontanbuchungen und kostenbewussten Reiseentscheidungen, eine Umverteilung der Nachfrage auf neue Regionen und Klimazonen sowie ein Nachfrageanstieg im Zusammenhang mit der FIFA-Weltmeisterschaft 2026.

Immer mehr Menschen beabsichtigen zu reisen, entscheiden sich jedoch später dafür und geben ihr Geld vorsichtiger aus als in den Vorjahren.
Eine Untersuchung von „Travel Weekly“ aus dem Jahr 2026, die britische Verbraucherdaten erfasst, zeigt, dass der Anteil der Erwachsenen, die in den nächsten drei Monaten einen Urlaub planen, Ende Mai auf 42 % gestiegen ist – gegenüber 36 % im April –, wobei das Vertrauen in Auslandsreisen bei etwas mehr als der Hälfte der Befragten stabil blieb.
Unabhängig davon geben 64 % der britischen Reisenden an, in den nächsten 12 Monaten eine Auslandsreise zu planen. Dieses Vertrauen schlägt sich jedoch nicht in frühzeitigen Buchungen nieder: 30 % derjenigen, die eine Sommerreise planen, beabsichtigen, erst zwei bis vier Wochen im Voraus zu buchen, und 10 % rechnen damit, weniger als zwei Wochen vor Abreise zu buchen.
Der Grund dafür sind die Kosten. Eine YouGov-Umfrage ergab, dass die Lebenshaltungskosten für 42 % der Erwachsenen im Vereinigten Königreich der wichtigste Faktor bei der Entscheidung über Sommerreisen sind – noch vor den Unterkunftskosten (32 %) und den Flugkosten (29 %). Um diesem Druck zu begegnen, tauschen fast jeder fünfte britische Reisende Auslandsreisen gegen Inlandsreisen ein, und 16 % unternehmen bewusst kürzere Reisen.
Gleichzeitig rechnen mehr Menschen damit, in diesem Jahr mehr für Reisen auszugeben – 36 % erwarten höhere Budgets gegenüber 21 %; es handelt sich also nicht um einen Rückzug vom Reisen, sondern um eine bewusstere, näher am Wohnort liegende und später gebuchte Variante davon.
Umfragedaten von TripAdvisor zeigen, dass ein großer Teil der Reisenden in diesem Sommer Reisen von weniger als einer Woche plant, wobei sich ein bedeutender Anteil für „Mikroreisen“ von einer bis vier Nächten entscheidet und im eigenen Land bleibt, anstatt ins Ausland zu reisen.

Ostasien bleibt die größte Einzelregion hinsichtlich der internationalen Reiseabsichten, doch sein Anteil ist im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, während Südeuropa die am schnellsten wachsende große Region ist, angetrieben durch gutes Wetter und gute Flugverbindungen. Griechenland, Spanien und Italien führen dieses Wachstum an, wobei Athen, Barcelona, Madrid und Rom im Fokus stehen. Auch Nordamerika ist beliebt, was zum Teil auf die Austragungsorte der FIFA-Weltmeisterschaft zurückzuführen ist; dabei verzeichnen auch Vancouver und Calgary in Kanada ein Wachstum.
Lateinamerika und die Karibik wachsen schneller als fast jede andere Region, und in Nordeuropa verzeichnen Städte wie London, Edinburgh, Dublin, Kopenhagen sowie Reiseziele in Island steigendes Interesse als kühle und weniger überlaufene Alternativen zur traditionellen Sommerhitze – ein Trend, der oft als „Coolcation“ bezeichnet wird.

Auch wenn der Kostendruck beeinflusst, wohin und wie Menschen reisen, bleiben die Ausgaben für Erlebnisse vor Ort stabil. Daten von TripAdvisor zeigen, dass 81 % der Reisenden andere Posten ihres Reisebudgets kürzen würden, bevor sie bei Erlebnissen sparen, 46 % planen, mindestens ein Viertel ihres gesamten Reisebudgets für Aktivitäten auszugeben, und 54 % haben bereits drei oder mehr Aktivitäten für den Sommer gebucht. Erlebnisse sind zudem zunehmend der Grund, warum ein Reiseziel überhaupt ausgewählt wird: 68 % der Reisenden geben an, dass Erlebnisse bei der Wahl ihres Reiseziels eine Rolle spielen – und nicht nur bei der Entscheidung, was sie vor Ort unternehmen.
Auch der Zeitpunkt der Buchung spielt hier eine Rolle. Während 60 % der Reisenden Erlebnisse mindestens eine Woche im Voraus buchen, warten rund 25 % mit der Buchung bis nach ihrer Ankunft, insbesondere bei Shopping-Ausflügen und anderen spontanen Aktivitäten vor Ort.
Reisende der Generation Z treiben diesen Wandel am deutlichsten voran: 65 % geben an, dass Erlebnisse für sie heute wichtiger sind als noch vor drei bis fünf Jahren, und 64 % wenden mindestens ein Viertel ihres Reisebudgets für Erlebnisse auf.

Über allgemeine saisonale Trends hinaus sorgen einzelne Veranstaltungen für kurzfristige Spitzen, wie zum Beispiel in diesem Sommer die FIFA-Weltmeisterschaft 2026.
Fans, die WM-Spiele besuchen, reisen nicht nur wegen der Spiele. Untersuchungen zu Aktivitätsbuchungen zeigen, dass Reisende mittlerweile durchschnittlich 4,6 Aktivitäten und 4,7 Sehenswürdigkeiten pro Reise buchen – das ist der höchste Stand seit vor der Pandemie, und Großveranstaltungen wie die Weltmeisterschaft verstärken diesen Trend noch. Anbieter von Touren und Attraktionen, die auf spontane Buchungen am selben Tag rund um die Spieltermine reagieren können, verzeichnen Berichten zufolge einen deutlichen Anstieg der Buchungen.
Reisen werden zunehmend als fester Bestandteil des Lebensstils und nicht mehr als einmaliges jährliches Ereignis betrachtet, wobei spontanere, kürzere Reisen eher durch alltägliche Anlässe als durch festgelegte Urlaubszeiten ausgelöst werden. Die Reisedaten für den Sommer 2026 deuten auf einen Reisenden hin, der zwar zielgerichtet, aber später und vorsichtiger bucht, die Nachfrage auf ein breiteres Spektrum an Klimazonen und Reisezielen verteilt und dennoch großzügig für die Erlebnisse ausgibt, die ihm am wichtigsten sind.